Heuer ging der traditionelle Vatertagsausflug des
Heimatvereins nach Georgensgmünd. Der Verein wollte sich über die
Geschichte der dort seit über 400 Jahren lebenden Jüdischen Gemeinde
informieren. Trotz des schwierigen Themas fanden sich die Ausflügler
zahlreich ein.
In Georgensgmünd lebten über 400 Jahre Juden. Der
erste jüdische Bürger ist für 1564 nachweisbar. Zeitweise erhöhte
sich die Zahl der jüdischen Bewohner auf mehr als ein Drittel der
Einwohnerschaft des Ortes (1630 fast 40%).
Im 19. Jahrhundert verringerte sich der jüdische Anteil durch
Abwanderung kontinuierlich, so dass mit Beginn der NS-Herrschaft
1933 nur noch 35 Juden in Georgensgmünd lebten. 1938 wurden die
letzten 13 jüdischen Bewohner gezwungen, ihren Besitz zu verkaufen
und den Ort zu verlassen.
Mit einer Synagoge, zwei Mikwen, einem großen
Friedhof und einem Taharahaus (Totenwaschhaus) bietet Georgensgmünd
ein vollständig erhaltenes Ensemble einstigen jüdisch-religiösen
Lebens im ländlichen Raum.
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Frau Heckel von der Stadt
Georgensgmünd hat sich bereiterklärt uns durch die Stadt zu
führen. |
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Dieses Schwein sollte zersägt
werden (gleich den Koteletts für die es bestimmt ist). Die
Bürger verhinderten dies. |
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Nun wurde halt von der Künstlerin
eine Tetrapacksau aufgestellt. |
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Kleiner Rundgang vom Ortskern in
Richtung Synagoge |
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Dieses Mühlrad an der Rezat trieb
früher eine Glassschleiferei an. |
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Auf dem Gedenkstein stehen die
Namen der ermordeten Juden in unserer Region. Der Stein beugt
sich unter der Last des angelehnten Granits aus Flossenbürg,
aber er bricht nicht.
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Die Synagoge (links) wurde 1734
erbaut und vom markgräflichen Landesrabbiner eingeweiht.
Rechts an die Synagoge angebaut ist die Schule mit der darüber
liegenden Lehrerwohnung. |
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Eine an der Südseite im Inneren
freigelegte Malerei deutet in Stil und Ausführung auf den
polnischen Wandermaler Elieser Sussmann, der zu dieser Zeit in
Franken wirkte. |
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In der Georgensgmünder Genisa,
dem Aufbewahrungsort für nicht mehr brauchbare Schriften und
Gegenstände aus der Synagoge, fanden sich zahlreiche alte
religiöse Bücher, Gebetsriemen (Tefillin), Gebetsmäntelchen (Tallit
Katan) und andere Gegenstände aus dem religiösen Leben. |
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Zur Synagoge gehören zwei
Ritualbäder, eine ältere Kellermikwe aus der Bauzeit der
Synagoge und eine beheizbare neue Mikwe. |
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Tief hinab geht es zur älteren
Mikwe. |
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Abhängig vom Grundwasserstand
steigt und fällt das Wasser der Mikwe. |
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Dieses Taharahaus wurde 1723
errichtet. In dem Gebäude befand sich ein Leichenwaschraum mit
Brunnen und jeweils ein Trauerraum für Männer und Frauen sowie
eine Dienstwohnung für den Friedhofswärter. |
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Den jüdischen Friedhof legte der
markgräfliche Hofbankier Jakob Jud aus Roth nach 1580 an. Der
Friedhof diente neben Gmünd den jüdischen Gemeinden Windsbach,
Thalmässing, Hilpoltstein, Roth und Schwabach als
Begräbnisstätte. |
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Im Vordergrund der alte Teil des
Friedhofes. Die Juden belassen für immer ihre Gräber, es darf an
einer Grabstelle auch nur ein Toter bestattet werden. |
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Im 19. Jahrhundert erreichte er
nach mehreren Erweiterungen seine heutige Fläche von 11760 qm.
Etwa 1800 Grabsteine sind erhalten. Als letzter Jude wurde hier
1946 ein Schwabacher KZ-Überlebender beerdigt. |
| Zum Heimatverein gehört auch, dass
wir über unseren Tellerrand hinausblicken in die Heimat unserer
Nachbargemeinden und deren Geschichte die ja auch unsere ist. Es
war ein aufschlussreicher Nachmittag, der uns vieles an Wissen
und Verständnis für die Juden, die ja viele Jahrhunderte mit uns
gemeinsam zusammengelebt haben, näher gebracht hat. |
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Diese Kapelle wird zur Zeit von
Bürgermeister Schneider aus Röttenbach gebaut. Sie ist der
Kapelle von Klaus von der Flüe/ Schweiz nachgebaut. |
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Einkehr in Oberbreitenlohe beim
Unterbauer. |
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Drei wartende Kinder mit
missmutigen Gesichtern, während im Vordergrund Kerstin mit ihrem
Eis schon lachen kann. |
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Auch Hermann bekommt ein "Vatertagseis". |